Haushaltsaufgaben fair verteilen: eine Anleitung in sechs Schritten
Fair heißt nicht, dass alle gleich viele Aufgaben haben. Fair heißt, dass die Arbeit nach Aufwand verteilt ist und alle das sehen können. So kommt ihr dahin, ob WG, Paar oder Familie.
1. Alle Aufgaben aufschreiben
Eine Woche lang notiert jede Person, was sie im Haushalt erledigt, auch Kleinigkeiten und Planungsarbeit wie Einkaufslisten oder Termine. Danach habt ihr eine vollständige Liste statt einer gefühlten.
2. Den Rhythmus festlegen
Gebt jeder Aufgabe einen Rhythmus: täglich, mehrmals pro Woche, wöchentlich, alle zwei Wochen, monatlich oder nach Bedarf. Erst der Rhythmus zeigt, wie viel über einen Monat wirklich zusammenkommt.
3. Den Aufwand bewerten
Jede Aufgabe bekommt 1, 2 oder 3 Punkte. 1 steht für schnell und angenehm (Blumen gießen), 2 für normal (Staubsaugen), 3 für lang oder unbeliebt (Bad putzen, Backofen). So zählt nicht die Anzahl der Aufgaben, sondern die Arbeit.
4. Ein Verteilmodell wählen
Entscheidet pro Aufgabe, wie sie verteilt wird:
- Feste Person: für Aufgaben, die jemand gern oder am besten macht.
- Reihum: für Unbeliebtes, damit es alle gleich oft trifft.
- Fairer Ausgleich: dran ist, wer bisher die wenigsten Punkte hat.
- Offen: wer Zeit hat, erledigt es und bekommt die Punkte.
5. Das Erinnern automatisieren
Legt fest, wer wann an was erinnert wird, und lasst das den Plan tun statt einer Person. Sonst bleibt die Planungsarbeit wieder bei jemandem hängen. Mehr dazu im Ratgeber Putzplan für Paare.
6. Nach vier Wochen prüfen
Schaut gemeinsam auf die Punkte pro Person. Liegt jemand deutlich drüber, tauscht ihr eine Aufgabe oder ändert ihren Rhythmus. Ein kurzer Blick einmal im Monat genügt.
Beispiel: Punkte in einem Monat
| Aufgabe | Rhythmus | Punkte | pro Monat |
|---|---|---|---|
| Bad putzen | wöchentlich | 3 | 12 |
| Küche wischen | zweimal pro Woche | 2 | 16 |
| Staubsaugen | wöchentlich | 2 | 8 |
| Müll rausbringen | zweimal pro Woche | 1 | 8 |
| Bettwäsche wechseln | alle zwei Wochen | 2 | 4 |
| Kühlschrank auswischen | monatlich | 2 | 2 |
Zusammen sind das 50 Punkte im Monat. Bei zwei Personen sind etwa 25 pro Person fair, bei drei etwa 17. Sammelt eine Person dauerhaft 35, seht ihr es sofort, ohne zu streiten.
Typische Fehler
- Aufgaben zählen statt Aufwand: zehnmal Blumen gießen ist nicht dasselbe wie zehnmal Bad putzen.
- Nur sichtbare Aufgaben verteilen und das Planen vergessen.
- Einen Plan machen, an den niemand erinnert.
- Nie nachjustieren, obwohl sich Arbeitszeiten oder Mitbewohner ändern.
Häufige Fragen
Was ist die fairste Art, Hausarbeit zu verteilen?
Nach Aufwand statt nach Anzahl: Jede Aufgabe bekommt Punkte, und über einen Monat sollen die Punkte pro Person ungefähr gleich sein. Unbeliebte Aufgaben laufen reihum.
Wie oft sollten wir die Verteilung ändern?
Prüft nach vier Wochen und danach immer, wenn sich etwas ändert: neuer Job, Umzug, ein Kind kommt dazu oder jemand zieht aus.
Was ist, wenn jemand eine Aufgabe für eine andere Person übernimmt?
Die Punkte bekommt, wer es gemacht hat. So bleibt die Übersicht ehrlich, und Einspringen lohnt sich.